Mental Takeoff · Herkunft
Crew Resource Management · Human Factors · Sicherheitskultur

Woher Mental Takeoff kommt

Mental Takeoff ist keine moderne Erfindung und kein Persönlichkeitskonzept. Es basiert auf Arbeitsstandards der Luft- und Raumfahrt – entstanden aus der Notwendigkeit, Menschen unter Druck handlungsfähig zu halten.

Warum Crew Resource Management entstand

In den 1960er- und 70er-Jahren zeigte sich in der Luftfahrt ein klares Muster: Die meisten schweren Unfälle waren keine technischen Probleme. Die Flugzeuge funktionierten. Die Besatzungen waren gut ausgebildet. Und trotzdem kam es zu Katastrophen.

Die Ursache lag häufig in menschlichen Faktoren: Kommunikation, Hierarchie, Entscheidungsfindung, Stress, fehlende Rückmeldung – oder das Schweigen im falschen Moment.

Ein Wendepunkt: Teneriffa 1977

1977 kollidierten auf dem Flughafen Teneriffa zwei vollbesetzte Jumbojets auf der Startbahn. Es war der folgenschwerste Unfall der zivilen Luftfahrtgeschichte.

Die Untersuchung zeigte: Keine technische Ursache. Stattdessen eine Verkettung aus Missverständnissen, Autoritätsgefälle, unklarer Kommunikation und Zeitdruck.

Nicht mangelndes Können war das Problem – sondern menschliches Verhalten in einem komplexen System.

Die Konsequenz: Standards für Zusammenarbeit

Als Reaktion darauf wurde Crew Resource Management (CRM) entwickelt. Nicht als Soft-Skill-Training, sondern als Sicherheitskonzept.

CRM definiert, wie Menschen zusammenarbeiten müssen, damit Fehler früh erkannt, Entscheidungen geteilt und Risiken offen angesprochen werden.

Heute ist CRM gemeinsam mit Human Factors regulatorisch vorgeschrieben – Bestandteil der Betriebsgenehmigung und Ausbildung aller Airlines weltweit.

Wichtig zu verstehen
  • CRM ist kein Coaching
  • keine Persönlichkeitsentwicklung
  • kein Motivationstraining
  • sondern ein Arbeits- und Sicherheitsstandard

Was das mit Mental Takeoff zu tun hat

Mental Takeoff überträgt diese Haltung aus dem Cockpit in den Alltag: Familie, Führung, Teams, Entscheidungen.

Die 42 Pilot Skills sind die alltagstaugliche Übersetzung dieser Standards: als Landkarte für Orientierung und Verhalten.

Es geht nicht darum, „wie ein Pilot zu sein“, sondern wie eine Crew zu denken: gemeinsame Aufgabe, klare Kommunikation, ruhige Entscheidungen – auch unter Druck.

Das System dahinter verstehen